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Was macht Seyran Ateş heute? Zwischen Moschee, Workshops und Polizeischutz

Die Gründerin der Ibn-Rushd-Goethe-Moschee prägt Charlottenburgs Westen mit liberalem Islam – und lebt seit Jahren unter Schutz.

Von Katrin Thalheim | 20. März 2026
Was macht Seyran Ateş heute? Zwischen Moschee, Workshops und Polizeischutz © Thomas Brückner

Stellen Sie sich vor, Sie spazieren durch die Straßen von Moabit, nur einen Steinwurf von Charlottenburg entfernt, und betreten eine Moschee, in der Männer und Frauen Seite an Seite beten, ohne Trennwände, ohne Hierarchien. Hier, in der Ibn-Rushd-Goethe-Moschee, steht Seyran Ateş, die Frau, die diesen Ort zur Oase des liberalen Islams gemacht hat, und organisiert Workshops gegen Islamismus, während Polizeischutz sie rund um die Uhr begleitet123.

Ende 2025 ist ihr Leben ein Wirbel aus Bildungsprojekten und interreligiösen Dialogen, fernab ihrer Zeit als Anwältin. Was treibt diese Kämpferin für Freiheit an, die seit Jahren in Berlin-Westen wirkt und Charlottenburgs Nachbarschaft prägt?4

Was dich erwartet

Von der Anwältin zur Imamin: Ein Weg voller Kämpfe

Seyran Ateş, türkisch-kurdischer Herkunft, begann als Rechtsanwältin für Frauenrechte, kämpfte gegen Ehrenmorde und Zwangsehen. Doch seit der Gründung der Ibn-Rushd-Goethe-Moschee 2017 hat sich ihr Leben verändert. Morddrohungen prasseln auf sie ein, Polizeischutz ist Alltag. Im Juli 2024 legte sie ihre Anwaltszulassung nieder, mit der Begründung, dass ihre aktuellen Projekte wie die Moschee und das Bildungswerk ihre Zeit vollkommen ausfüllten5.

Was war, ist zur Legende geworden: Mahnwachen vor dem Brandenburger Tor gegen Mord im Namen Gottes, Mitgliedschaft in der Islamkonferenz. Heute lebt sie ihren Traum von einer Moschee ohne Geschlechterapartheid, wo Liebe predigt statt Hass. Ihr innerer Kompass? Freiheit für alle.

Was Seyran Ateş heute macht: Moschee, Bus und Workshops

In Berlin-Moabit leitet Ateş die Ibn-Rushd-Goethe-Moschee und das Mernissi-de Gouges Bildungs- und Sozialwerk, was sie voll auslastet. Im Juli 2025 organisierte sie mit dem AK Polis einen Workshop in ihrer Moschee zum „Bund-Länder-Aktionsplan zur Bekämpfung des Islamismus“, ein wichtiges Format gegen politischen Islam. Sie begrüßte die Gäste, darunter Islamexperten und Ministeriumsvertreter.

Seit September 2024 rollt das Demokratie-Mobil, ein umgebauter Doppeldeckerbus als fahrendes Klassenzimmer. Ateş ist im Team: Themen wie patriarchale Strukturen im Islam, Migrationsfragen und Religionspolitik werden unter freiem Himmel diskutiert, Demokratie-Bildung pur. Keine Bücher, keine Filme, aber pure Praxis, die ihre Tage füllt.

Öffentliche Bühne: Von Berlin bis Feldkirch

Ateş ist unterwegs: Am 28. Oktober 2025 war sie Gastreferentin in der Katholischen Akademie Berlin zum „interreligiösen Dialog und der patriarchalischen Struktur der abrahamitischen Religionen“. Im November 2025 folgte „Seyran Ateş und Pater Martin: Gemeinsam glauben“ im Montforthaus Feldkirch, Zuversicht jenseits von Grenzen.

Ihre Website seyranates.de strahlt weiter, auch wenn Updates rar sind. Sie fordert Auflösung der Deutschen Islamkonferenz und ein Expertengremium, ein klarer Einsatz gegen Extremismus. Social Media? Privat gehalten, wie ihr Leben jenseits der Öffentlichkeit.

Der starke Bezug zu Charlottenburg

Moabit grenzt direkt an Charlottenburg, Ateş' Moschee ist für uns also um die Ecke. Sie lebt und arbeitet hier in Berlin-Westen, besucht das Humboldt-Forum, rollt mit dem Demokratie-Mobil durch die Stadt. Seit 2009 ist sie für die DEGEWO aktiv, eine der großen landeseigenen Berliner Wohnungsbaugesellschaften.

Kein Zufall: Ihre Workshops, wie der AK-Polis-Treff, strahlen auf ganz Berlin aus, inklusive der demografischen Vielfalt in Charlottenburg-Wilmersdorf. Ateş verkörpert den Geist unserer Ecke: tolerant, kämpferisch, bodenständig. Morddrohungen hin oder her, sie bleibt hier, formt die Szene.

Ausblick: Was kommt für Seyran Ateş?

2026 wird turbulent: Ateş plant mit AK Polis Auftritte auf Parteitagen, Stände bei Bürgerfesten wie dem Tag der Deutschen Einheit. Das Demokratie-Mobil fährt weiter, die Moschee blüht, interreligiöse Dialoge boomen. Im Kontext ihrer Arbeit wird der Kurswechsel der Bundesregierung in der Islamismusbekämpfung ausdrücklich begrüßt, sie treibt das Thema voran.

Privat bleibt sie verschlossen, zu Familie und Beziehungen kein Wort. Doch eines ist klar: Seyran Ateş, unsere Berlinerin aus Charlottenburg-Nähe, kämpft unermüdlich für einen Islam der Freiheit. In Zeiten von Bedrohungen ist sie Vorbild: Mutig, nahbar, zukunftsweisend. Wer weiß, vielleicht sehen wir ihr Demokratie-Mobil bald auf dem Breitscheidplatz – ein Symbol für uns alle.

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Katrin Thalheim
Katrin Thalheim
Freie Journalistin

Freiberufliche Journalistin, seit 2011 in Charlottenburg. Studierte Publizistik an der FU und blieb im Westen hängen. Interessiert sich besonders für Stadtentwicklung und die Geschichten alteingesessener Gewerbetreibender.

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Leserstimmen
Melanie R 20. März 2026, 08:00 Uhr

super beitrag, danke fürs berichten. war neulich bei einer lesung in der nähe und habe gespürt, wie viel Energie solche projekte hier freisetzen.

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