Lade Datum...
Nachrichten aus Charlottenburg
Lokales

Charlottenburg-Wilmersdorf Statistik 2026: 31 Fakten über den Bezirk

Von Katrin Thalheim | 8. Juni 2026
Charlottenburg-Wilmersdorf Statistik 2026: 31 Fakten über den Bezirk © Fridolin Freudenfett, Wikimedia Commons (Lizenz: CC BY-SA 3.0)
Rathaus Charlottenburg an der Otto-Suhr-Allee

Charlottenburg-Wilmersdorf ist der Bezirk der City West, in dem barocke Schlosspracht, das mondäne Erbe des Kurfürstendamms und die größten Wälder der Stadt aufeinandertreffen. Zwischen Schloss Charlottenburg, Funkturm und dem Grunewald liegt ein Stück Berlin, das gern als elegant und gediegen beschrieben wird, dabei aber viel vielschichtiger ist, als es der erste Eindruck vermuten lässt.

Vom Bahnhof Zoo über die Hörsäle der Technischen Universität bis zu den stillen Villenstraßen am Lietzensee reicht ein Bezirk, der zugleich zu den ältesten und zu den teuersten der Hauptstadt zählt. Wir haben 31 Fakten über Charlottenburg-Wilmersdorf zusammengetragen. Jeder Fakt trägt am Ende eine Nummer, die per Klick zur passenden Quelle springt, deren genaue Adresse sich dort per Mauszeiger anzeigen lässt.

Was dich erwartet

Größe, Lage und Bevölkerung

1. Rund 323.500 Einwohner

Zum Stichtag 31. Dezember 2024 lebten in Charlottenburg-Wilmersdorf 323.507 Menschen. Damit ist der Bezirk gemessen an der Bevölkerung der viertgrößte der zwölf Berliner Bezirke, hinter Pankow, Mitte und Tempelhof-Schöneberg. In ganz Berlin zählte das Amt für Statistik zum selben Stichtag rund 3,69 Millionen Einwohner.1

2. 64,72 Quadratkilometer

Mit einer Fläche von 64,72 Quadratkilometern belegt Charlottenburg-Wilmersdorf bei der Größe Rang drei unter den zwölf Bezirken. Nur Treptow-Köpenick und Pankow sind flächenmäßig ausgedehnter. Ein erheblicher Teil dieser Fläche entfällt allerdings nicht auf Bebauung, sondern auf den weitläufigen Grunewald im Südwesten.2

3. Hohe Bevölkerungsdichte

Auf jeden Quadratkilometer kommen in Charlottenburg-Wilmersdorf rechnerisch rund 4.999 Einwohner. Der Wert liegt spürbar über dem Berliner Durchschnitt von etwa 4.200 Einwohnern je Quadratkilometer. Dass die Dichte trotz der großen Waldflächen so hoch ausfällt, zeigt, wie eng die bewohnten Ortsteile rund um den Kurfürstendamm tatsächlich bebaut sind.3

4. Fusion und Groß-Berlin-Gesetz

Der heutige Bezirk entstand am 1. Januar 2001, als im Zuge der Berliner Bezirksreform die früheren Bezirke Charlottenburg und Wilmersdorf zusammengelegt wurden. Beide waren bereits 1920 durch das Groß-Berlin-Gesetz nach Berlin eingemeindet worden. Charlottenburg hatte zuvor sogar als eigenständige und wohlhabende Stadt gegolten.4

5. Lietzow 1239 erstmals erwähnt

Die Wurzeln des Bezirks reichen weit zurück. Die Siedlung Lietzow, aus der später Charlottenburg hervorging, wurde 1239 erstmals urkundlich erwähnt, das Dorf Wilmersdorf folgte 1293. Den Namen Charlottenburg erhielt der Ort erst 1705 nach Königin Sophie Charlotte, der Gemahlin des ersten Preußenkönigs.5

6. Zweitältester Bezirk Berlins

Mit einem Durchschnittsalter von rund 45,2 Jahren ist Charlottenburg-Wilmersdorf nach Steglitz-Zehlendorf der zweitälteste Bezirk der Stadt. Der Berliner Mittelwert liegt deutlich darunter bei etwa 42,8 Jahren. Vor allem die gediegenen Wohnlagen in Grunewald und Schmargendorf ziehen seit Langem ältere und gut situierte Anwohner an.6

7. Gut jeder Vierte ohne deutschen Pass

Der Ausländeranteil lag in Charlottenburg-Wilmersdorf 2024 bei rund 26,9 Prozent, womit gut jeder vierte Einwohner keinen deutschen Pass besitzt. Der Bezirk ist seit jeher international geprägt, von wohlhabenden Zuwanderern in den Villenvierteln bis zu Studierenden und Beschäftigten aus aller Welt rund um die Universitäten.7

8. Sieben Ortsteile

Charlottenburg-Wilmersdorf gliedert sich in sieben Ortsteile: Charlottenburg, Wilmersdorf, Schmargendorf, Grunewald, Westend, Charlottenburg-Nord und Halensee. Der bevölkerungsreichste ist mit Abstand Charlottenburg selbst, während Halensee mit nur etwa 1,27 Quadratkilometern der flächenmäßig kleinste Ortsteil ist. Der weite Grunewald ist zwar riesig, zählt aber die wenigsten Bewohner.8

Wahrzeichen und Geschichte

9. Schloss Charlottenburg

Schloss Charlottenburg ist die größte und bedeutendste Barockschlossanlage Berlins. Ursprünglich als Sommersitz Lützenburg für Sophie Charlotte erbaut, diente es über sieben Generationen den Hohenzollern als bevorzugte Residenz. Heute zählt die prachtvolle Anlage mit Altem Schloss, Neuem Flügel und weitläufigem Garten zu den meistbesuchten Sehenswürdigkeiten der Hauptstadt.9

10. Der Kurfürstendamm

Der Kurfürstendamm, von vielen schlicht Ku'damm genannt, ist die berühmteste Flaniermeile West-Berlins und verläuft auf rund dreieinhalb Kilometern durch den Bezirk. Aus einem einstigen Reitweg der Kurfürsten entwickelte sich ein Boulevard mit Luxusgeschäften, Theatern und Cafés. Bis heute gilt er als das pulsierende Herz der City West.10

11. Der Funkturm

Der 147 Meter hohe Funkturm auf dem Messegelände wurde am 3. September 1926 eröffnet und erinnert in seiner filigranen Stahlkonstruktion an den Pariser Eiffelturm. Von hier wurde Rundfunkgeschichte geschrieben, ab 1932 gingen erste Fernsehversuche auf Sendung. Der liebevoll Langer Lulatsch genannte Turm gehört zu den prägenden Wahrzeichen Berlins.11

12. Das KaDeWe liegt nicht im Bezirk

Ein verbreiteter Irrtum: Das berühmte Kaufhaus des Westens an der Tauentzienstraße liegt nicht in Charlottenburg-Wilmersdorf, sondern jenseits der Bezirksgrenze in Schöneberg, also im Bezirk Tempelhof-Schöneberg. Die Tauentzienstraße bildet genau die Grenze zwischen beiden Bezirken, weshalb das Kaufhaus oft fälschlich der City West von Charlottenburg zugerechnet wird.12

13. Das Olympiastadion gehört zum Bezirk

Anders als oft vermutet liegt das Olympiastadion sehr wohl in Charlottenburg-Wilmersdorf, nämlich im Ortsteil Westend. Die für die Sommerspiele 1936 errichtete Arena wurde bis 2004 für die Fußball-WM 2006 grundlegend umgebaut und bietet heute rund 74.000 Sitzplätze. Sie ist die Heimstätte von Hertha BSC und Schauplatz großer Sportereignisse.13

14. Vom kleinen Wedding zum Nobelbezirk

Das Image als gediegene Wohngegend ist jüngeren Datums, als man denkt. Teile Charlottenburgs galten um 1900 wegen ihrer dichten Mietshausbebauung als kleiner Wedding mit eher einfachen Verhältnissen. Erst die Anlage des Lietzenseeparks und die prächtigen Villenviertel im Süden verschoben das Ansehen des Bezirks nach und nach ins Vornehme.14

Wirtschaft, Kultur und Wissenschaft

15. Größter Campus mitten in der Stadt

Die Technische Universität Berlin und die Universität der Künste bilden gemeinsam den Campus Charlottenburg, eine der größten innerstädtischen Hochschulflächen Europas. Zusammen lernen hier rund 39.000 Studierende, etwa 12.000 Menschen arbeiten in Forschung, Lehre und Verwaltung. Die TU allein zählt rund 34.000 Studierende und gehört zu den großen Technischen Universitäten Deutschlands.15

16. Universität der Künste

Die Universität der Künste ist eine der größten Kunsthochschulen Europas und vereint als einzige Hochschule sämtliche künstlerischen Disziplinen unter einem Dach, von Musik und Bildender Kunst über Darstellende Kunst bis zu Design und Architektur. Ihr Stammsitz liegt mitten in Charlottenburg und prägt das kulturelle Leben rund um die Hardenbergstraße seit Generationen.16

17. Messe Berlin und das ICC

Auf dem Messegelände am Funkturm findet seit 1924 die Internationale Funkausstellung statt, eine der ältesten Industriemessen Berlins und bis heute eine weltweit führende Leitmesse der Unterhaltungselektronik. Direkt benachbart erhebt sich das markante Internationale Congress Centrum, das nach jahrelangem Leerstand vor einer umfassenden Neunutzung steht.17

18. Theater des Westens

Das Theater des Westens an der Kantstraße zählt zu den traditionsreichsten Musical- und Operettenbühnen Deutschlands. Der prächtige Bau von 1896 prägt das kulturelle Gesicht der City West und hat im Lauf seiner Geschichte unzählige große Produktionen erlebt. Bis heute ist er eine feste Größe im Berliner Unterhaltungsbetrieb.18

Natur und Freizeit

19. Der Grunewald

Der Grunewald im Südwesten des Bezirks ist das größte zusammenhängende Waldgebiet Berlins und ein riesiges Naherholungsziel mit Seen, Wanderwegen und reicher Tierwelt. Über weite Strecken wirkt er wie ein eigenes Stück Brandenburg innerhalb der Stadtgrenze und bietet den Anwohnern Wald, Wasser und Ruhe direkt vor der Haustür.19

20. Teufelsberg, höchste Erhebung Berlins

Mitten im Grunewald liegt der Teufelsberg, mit rund 120 Metern die höchste Erhebung Berlins. Der Trümmerberg wurde von 1950 bis 1972 aus etwa 26 Millionen Kubikmetern Kriegsschutt aufgeschüttet, unter dem eine nie vollendete NS-Hochschule begraben liegt. Die einstige Abhörstation auf dem Gipfel ist heute ein vielbesuchtes Ausflugsziel.20

21. Der Lietzensee

Der sichelförmige Lietzensee mitten in Charlottenburg ist ein innerstädtisches Kleinod von rund 6,6 Hektar Wasserfläche, eingebettet in einen weiteren rund zehn Hektar großen Park. Gartendirektor Erwin Barth gestaltete die Anlage zwischen 1918 und 1920. Heute steht der Lietzenseepark als Gartendenkmal unter Schutz und gilt als eine der schönsten grünen Oasen der City West.21

Wohnen und Kosten

22. Eine der teuersten Wohnlagen Berlins

Wohnen in Charlottenburg-Wilmersdorf gehört zu den kostspieligsten in ganz Berlin. Die durchschnittliche Angebotsmiete lag zuletzt bei rund 15 bis 16 Euro pro Quadratmeter und damit deutlich über dem bundesweiten Mittel. Wer mehr über die Lebenshaltungskosten im Bezirk wissen möchte, findet bei uns die Details.22

23. Große Unterschiede bei der Kriminalität

Innerhalb des Bezirks klaffen die Sicherheitslagen weit auseinander. Während ruhige Wohngegenden wie Schmargendorf sehr niedrige Werte aufweisen, zählt die Gegend rund um den Kurfürstendamm und die Lietzenburger Straße zu den am stärksten belasteten Regionen Berlins, begünstigt durch Tourismus, Einkaufsstraßen und große Verkehrsknoten. Mehr dazu in unserer Kriminalitätsstatistik.23

Verkehr und Anbindung

24. Der Bahnhof Zoo

Der Bahnhof Zoologischer Garten war über Jahrzehnte der wichtigste Fernbahnhof West-Berlins und ein Sinnbild der geteilten Stadt. Mit der Eröffnung des Hauptbahnhofs 2006 verlor er seinen Fernverkehr, bleibt aber ein zentraler Knoten für Regional-, S- und U-Bahn. Seit 2015 wird er für rund 100 Millionen Euro Schritt für Schritt modernisiert.24

25. Dichtes Bahnnetz und Stadtautobahn

Charlottenburg-Wilmersdorf ist hervorragend erschlossen. Mehrere U-Bahn-Linien und der S-Bahn-Ring verbinden die Ortsteile mit der gesamten Stadt, dazu durchquert die Stadtautobahn A100 den Bezirk und bündelt am Dreieck Funkturm einen großen Teil des West-Berliner Verkehrs. Der Bahnhof Zoo bildet dabei das zentrale Drehkreuz.25

Was sich in den nächsten Jahren verändert

26. Neue Zukunft für das ICC

Das seit 2014 weitgehend geschlossene Internationale Congress Centrum steht vor einem neuen Kapitel. Der Senat führt das Konzeptverfahren mit einem Bieterkonsortium fort, das bis Ende April 2026 ein tragfähiges Nutzungskonzept entwickeln soll. Eine Vergabeempfehlung ist für Juli 2026 vorgesehen, geplant ist eine Sanierung im Rahmen eines langfristigen Erbbaurechtsvertrags.26

27. Das Hochhausprojekt FÜRST

Am Kurfürstendamm wächst aus dem früheren Kudamm-Karree das große Quartier FÜRST heran. An der prominenten Adresse entstehen Büros, Geschäfte, Gastronomie und Wohnungen, die Fassade des Turms nimmt bereits Gestalt an. Die Eröffnung des Komplexes wird für 2026 erwartet und soll der City West neuen Schwung verleihen.27

28. Neuplanung des Karstadt-Areals

Auch das einstige Karstadt-Areal am Kurfürstendamm wird grundlegend neu gedacht. Nach dem Verkauf an einen neuen Eigentümer ist statt mehrerer Türme nur noch ein Hochhaus vorgesehen, dafür wächst die geplante Wohnfläche auf rund 30.000 Quadratmeter. Es soll ein gemischtes Quartier mit Wohnen, Handel und Gastronomie entstehen.28

29. Umbau am Kranzler Eck

Rund um das Kranzler Eck stehen weitere Veränderungen an. Ab 2026 ist ein größerer Umbau des bekannten Ensembles am Kurfürstendamm vorgesehen, womit sich das Gesicht der zentralen City West zwischen Gedächtniskirche, Breitscheidplatz und Adenauerplatz weiter wandelt. An gleich mehreren Stellen wird derzeit saniert, umgebaut und neu geplant.29

30. Debatte um ein neues Hertha-Stadion

Hertha BSC verfolgt seit Jahren den Wunsch nach einem reinen Fußballstadion und brachte einen Neubau im Olympiapark ins Gespräch. Ein Entwurf sieht eine Arena für rund 45.000 Zuschauer nahe dem Maifeld vor. Weil der Olympiapark als Denkmal von herausragender Bedeutung geschützt ist, bleibt das Vorhaben jedoch umstritten und politisch heikel.30

31. Leicht sinkende Bevölkerung bis 2040

Während Berlin insgesamt bis 2040 wächst, gehört Charlottenburg-Wilmersdorf zu den wenigen Bezirken mit rückläufiger Prognose. Die Senatsverwaltung erwartet einen Rückgang um rund 2,5 Prozent, das entspricht etwa 8.400 Einwohnern weniger. Damit zählt der dicht bebaute Bezirk neben Neukölln, Tempelhof-Schöneberg und Steglitz-Zehlendorf zu den schrumpfenden Gebieten der Stadt.31

Newsletter
Bleib in Charlottenburg auf dem Laufenden

Einmal pro Woche kostenlos die wichtigsten Nachrichten, Termine und Tipps aus Charlottenburg per E-Mail. Von Charlottenburgern für Charlottenburger.

Jederzeit kündbar. Mit der Anmeldung stimmst du unseren Datenschutzbestimmungen zu.

Artikel teilen
Katrin Thalheim
Katrin Thalheim
Freie Journalistin

Freiberufliche Journalistin, seit 2011 in Charlottenburg. Studierte Publizistik an der FU und blieb im Westen hängen. Interessiert sich besonders für Stadtentwicklung und die Geschichten alteingesessener Gewerbetreibender.

Unabhängiger Lokaljournalismus

Unterstütze Charlottenburg Kurier, damit wir weiterhin kritisch und unabhängig berichten können.

Jetzt mit 5€ unterstützen
Leserstimmen

Noch keine Kommentare. Seien Sie der Erste!

Kommentar schreiben

Wird nicht veröffentlicht

Kostenlose Charlottenburg Woche

Nach dem Motto von Charlottenburgern für Charlottenburger verschicken wir einmal pro Woche kostenlos Neuigkeiten zu Events, Aktuelles und Wissenswertes.

Jederzeit kündbar

Mit der Anmeldung stimmen Sie unseren Datenschutzbestimmungen zu.